Die Verlassne
F. Abt
Der Garten grünt, es blüht der Baum,
Die muntern Vöglein singen;
Das ist mir Alles wie ein Traum,
Das kann zu mir nicht dringen.
Mein Aug ist trüb, mein Herz ist schwer,
Mein Lieb, du ließest mich;
Doch Keine, Keine findst du mehr,
Die so dich liebt, wie ich!
Die Bäume und die Büsche all,
Die wollen nach dir fragen;
Die wollen mir mit süßem Schall
Von unsrer Liebe sagen.
Du ziehst in weiter Welt umher,
Doch denk' ich stets an dich;
Ach! Keine, Keine findst du mehr,
Die so dich liebt, wie ich!
Verwelkt sind all die Blumen dein,
Die Myrte, wie zum Hohne,
Die grünt und blühet ganz allein,
Ein lichte Hochzeitkrone.
Es blüht wohl über'm fernen Meer
Ein schönres Lieb für dich;
Doch Keine, Keine findst du mehr,
Die so dich liebt, wie ich!