Dies Auge träumt

F. Abt

Du fühltest nie, wie wunderbar

dies Auge träumt, dies Auge träumt,

bald wie die Morgenröte klar,

bald wie ein Abend, goldumsäumt!

Du kennst die Flut nicht, heiß und wild,

die zaub'risch diesem Kelch entschäumt!

Du fühltest nie, wie tödlich mild

dies Auge träumt, dies Auge träumt.

Blick in mein Herz, wo Stolz und Leid

vergeblich sich im Kampfe bäumt!

Was brach mein Glück für alle Zeit?

Ich sah, wie hold dies Auge träumt!

Die Hoffnung, krank und tränenschwer,

hat längst den Fehdeplatz geräumt.

Und doch, sie kniet, wo mild und hehr

dies Auge träumt, dies Auge träumt.