Du stiller Grund
F. Abt
Du stiller Grund, hab' Dank für deinen Frieden,
Wie leis und sanft ist jeder Gram geschieden!
Wie deine Blumen hier im dunkeln Grün
Muß alles licht und hold mir wieder blühn,
Und wie dein Bächlein rinnet frisch und hell,
Fließt mir durch's Herz der reinsten Freuden Quell.
Du stiller Grund, vom Abendschein umflossen,
Wie hält dein Bergwald traut mich eingeschlossen!
Wie auf dem Gipfel dort die Fichte rauscht,
Mein selig Herz auf Gottes Odem lauscht,
Und wie der Weih hoch überm Wald sich wiegt,
Hoch auf mein Herz und immer höher fliegt.
Du stiller Grund, hab' Dank für deinen Frieden,
Ach, welch ein Wonneschauer schon hienieden!
Doch sieh, wie grüßt mit süßer, süßer Macht
Des Himmels Blau mich durch der Blätter Nacht,
Und aus der Tiefe grüß' ich froh zurück:
Ach, welch ein Frieden dort erst, welch ein Glück!