Eile mein Lüftchen
F. Abt
Eile, du Lüftchen, eile gen Morgen!
Hinter den Erlen, still und verborgen,
Lieget ein Dörfchen, fliege dahin!
Grüß mir mein Liebchen, es wohnet darin.
Zeigt ihr der Traumgott süße Gebilde,
Führt sie ein Engel in Edens Gefilde;
Dann, o mein Lüftchen, küsse sie mir,
Zärtliche Küsse reiche du ihr.
Leise jedoch berühre die Lippen,
Mäßig nur sollst den Purpur du nippen,
Welcher auf Mund und Wangen ihr glüht,
Daß ihr der süße Traum nicht entflieht.
Wann sie erwacht, denn darfst du ihr sagen,
Wer dich gedungen, Grüße zu tragen;
Wer der Entfernten liebend gedenkt,
Wer ihr den Kuß und das Liedchen geschenkt.