Einzug

F. Abt

Im Knopfloch eine Ros' als Orden,

Ein grünes Reis auf flottem Hut,

Und drunter einen Kopf voll Lieder,

Ein Herz voll Lust und Liebesglut:

So wallt aus Süden, wallt aus Norden

Der Sänger tönereiche Macht,

Und wo sie weilen, lacht die Sonne,

Und wo sie scheiden, wird es Nacht.

Sie wandern durch die grauen Thore,

Die stolz im Bäderschmucke stehn,

Wo sie im Spiegel heitrer Augen

Dem Himmel selbst entgegengehn.

Aus Fenstern flattern Kränz' und Tücher,

Bunt wogt und drängt das Volk in Reih'n,

Die Fahnen bauschen sich und donnernd

Brüllt der Kanonen Jubel drein.

Die Freude jauchzt, es jauchzt die Liebe,

Das Herz der Frau'n ihr Notenblatt:

So sei gegrüßt, du alte Warte,

So sei gegrüßt, du liebe Stadt!