Es fliegt ein armer Schmetterling
F. Abt
Es fliegt ein armer Schmetterling
Zur Märzzeit über die Haide,
Er träumt von Blumen und ach! es blinkt
Ihm nirgends ihr Geschmeide,
Vom dürren Strauche flüsternd weht's:
Zu früh! zu früh!
Zu früh wird oft zum Leide.
Es wagt eine Blume noch aufzublühn
Im zarten Farbenkleide,
Da schon der Herbst bei Frost und Sturm
Verkündet, daß er scheide,
Wie rauscht so bang das fallende Laub:
Zu spät, zu spät!
Zu spät wird oft zum Leide.
Und kommen sie beide zur rechten Zeit,
Da's lustig grünt am Hage,
Da die milde Sonne so lieblich schmückt
Des Maien glückliche Tage,
Dann ist ein Fest ihr ganzes Sein,
Zur rechten Zeit! --
Wer aber lenkt die Wage?