Es rauschen die Wasser

F. Abt

Es rauschen die Wasser, es knarret die Säge,

fern tönen des Hammers gewichtige Schläge;

es dampfen die Höhen, da leuchtet der Strahl

der sinkenden Sonne dem Wand'rer durchs Tal.

O sag' mir, mein Herz, was bedeutet dein Pochen,

dann wieder dein Stocken, als wärst du gebrochen?

O Tränen, was tretet ihr wieder heraus?

Wohl bleibt ihr nicht gern in dem brennenden Haus!

Es rauschet das Wasser: Zu mir stürze nieder,

ich kühle den Schmerz der ermattenden Glieder;

Es knarret die Säge: Dir säg' ich ein Haus,

da ruhst du zur froheren Wanderung aus.

Da wandelt und singet durchs Wiesengefilde

der lächelnden Müllerin Engelsgebilde.

Sie singet ein Liedchen von silbernem Klang:

Mein Herzallerliebster, wo weilst Du so lang'?

Es dunkeln die Höhen, im Wand'rer wird's helle,

versieget der Tränen verzehrende Quelle;

es klappern die Räder: Herz, schlage frisch zu!

Am liebenden Herzen, da findest du Ruh'!