Fahr wohl, es hat nicht sollen sein
F. Abt
So soll's denn sein: Wir sind geschieden!
Noch einen Kuss, noch einen Schmerz!
Dann ist's vorbei. Zieh hin in Frieden,
behüt' dich Gott, geliebtes Herz.
Wohl träumten wir von schönen Stunden,
von unauflöslichem Verein;
es war ein Traum, ach, bald entschwunden,
fahr wohl, es hat nicht sollen sein!
O schöner Lenz, o reiches Sprossen,
o kurzes, wunderbares Blüh'n,
da uns're Herzen sich erschlossen
in sel'gem Ineinanderglüh'n!
Wir sahen alle Himmel offen,
verklärt von uns'rer Liebe Schein;
der Traum entschwand, es log das Hoffen,
fahr wohl, es hat nicht sollen sein!
Nun ist das reiche Blüh'n verdorben,
und keine Zukunft lacht uns mehr;
wir sind einander nicht gestorben.
Müd' ist das Herz, die Welt ist leer.
Fahr wohl und ohne Trän' und Klage,
das Schicksal will's, ich sei allein.
O süßer Traum vergang'ner Tage,
fahr wohl, es hat nicht sollen sein!