Frau Musica

F. Abt

Auf! laß uns der Frau Musika ein Lied zu Ehren singen,

Sie schaffet Freude fern und nah mit Singen und mit Klingen.

"Hie kann nicht sein ein böser Muth, wo da singen Gesellen gut."

Frau Musika verscheucht den Schmerz mit Singen und mit Klingen,

Sie weiß mit Tönen wundersam in Leid uns Trost zu bringen.

Sie schließt der Thränen bittern Quell und macht verweinte Augen hell.

Frau Musika steht treu im Bund mit stillverschämter Liebe,

Und gibt in süßen Liedern kund, was sonst verborgen bliebe.

So singt zur Nacht mit süßem Schall der Ros' ihr Lied die Nachtigall.

Frau Musika stellt fern sich ein im Kreise froher Zecher;

Wie klinget doch ein Lied so fein zum Klang der vollen Becher.

Da wird erst recht voll Duft und Gluth das edle deutsche Traubenblut.

Frau Musika versteht's auch recht, Soldaten anzuführen,

Bläst mit Trompeten in's Gefecht, und läßt die Trommel rühren.

Vorwärts mit Sturmschritt! mit Hurrah! Die Feinde fliehn! Viktoria!

Frau Musika verleiht dem Geist im Dome starke Schwingen,

Daß er dem Staube sich entreißt, um himmelwärts zu dringen.

Bis in den heil'gen Engelchor trägt ihn ein frommes Lied empor.

Drum laßt uns der Frau Musika zu Ehren fröhlich singen;

Sie schaffet Freunde fern und nah mit Singen und mit Klingen.

"Hie kann nicht sein ein böser Muth, wo da singen Gesellen gut."