Frisch hinaus

F. Abt

Frisch hinaus,

Gewandert, gewandert!

Sonne blicket so schön auf die Welt,

Vögelein schlaget im Blätterzelt,

Grün die Matten, wohin ich schau',

Weiß die Wölklein am Himmelblau,

Und im Blüthengewande jedwede Au!

Und siehe die Winde

Wie lustig geschwinde

Flattern sie von den Bergen daher,

Als müßten sie heute noch über das Meer! --

Frisch hinaus,

Gewandert, gewandert!

Wandersmann,

Vergessen, vergessen

Alle die Sorge im dumpfen Haus,

Laß sie fliegen im Windesbraus,

Jauchze, daß schweigen die Vögelein,

Welche Wonne, welch' Glück ist dein!

Will der Himmel, der Himmel in's Herz hinein?

Frisch, alle die Klänge

Und all' das Gepränge

Schließ' es, o schließ' es tief in die Brust,

Und alles dein Grämen ob aller die Lust,

Wandersmann,

Vergessen, vergessen!

Keck hinauf,

Erklommen, erklommen

Festen Fußes die schwindelnde Fluh',

Vorwärts, vorwärts ohn' Rast und Ruh! --

Gott! hier oben wie schön das Land,

Blitzend und schimmernd der Ströme Band,

Und die glühenden Firnen am blauen Rand!

Andächtig nun schweige,

Inbrünstig dich neige

Schauernd vor all' der blendenden Pracht,

Vor Gottes gewaltiger, ewiger Macht,

Wandersmann,

Und bete, und bete!