Frühling
F. Abt
Es kommt der Wind mit Schall gezogen,
Der Wind, in dessen lauen Wogen
Die Kraft des Frühlings rauscht und rinnt;
Aus blauen Augen lacht der Morgen,
So fahrt dahin ihr Wintersorgen!
Es kommt der Wind, es kommt der Wind!
Nun wird es hell um Berg und Halde,
Nun grünt's im Thal, nun laubt's im Walde,
Durch Veilchen jauchzend springt der Quell;
Kein Busch, der nicht von Blüten prangte!
Und wo ein Herz in Zweifeln bangte,
Nun wird es hell, nun wird es hell!
Hast du mich lieb? Ich schwieg und harrte,
Da rings die Welt in Banden starrte,
Und jeder Keim gefesselt blieb.
Doch nun sich Alles drängt zu Tage,
Nun halt' ich's nicht, nun sprich, nun sage:
Hast du mich lieb? Hast du mich lieb?