Frühlingswanderung
F. Abt
Nun jeder Baum ein Blüthenstrauß,
O Lust, o Lust, zu wandern
Weit in die schöne Welt hinaus
Von einem Thal zum andern!
Nun jeder Vogel schlägt im Wald,
O Lust mit ihm zu singen,
Daß frisch es von den Felsen hallt,
Und prächtig muss verklingen!
Nun jedes Fleckchen schimmert grün,
Und sonnig rings die Lande;
Im tiefsten Thal die Röslein blühn,
Wie an dem höchsten Rande:
O Lust, auf all die Herrlichkeit
Dem Vogel gleich zu schauen
Hin über Wald und Auen weit,
Wo Berg' und Flüsse blauen!
Nun da dir schenkt ein einzger Tag,
Was sonst ein Mond nur spendet,
Und doch, wie er dich segnen mag,
Die Lust und Pracht nicht endet:
O schließ' in's tiefste Herz hinein
Für immer solche Wonne,
Daß drinnen lach' in hellem Schein
Allzeit die Frühlingssonne!