Fünfmalhunderttausend Teufel
F. Abt
Fünfmalhunderttausend Teufel
Kamen einstens in die Welt.
Aber all' die armen Teufel
Hatten keinen Heller Geld.
Alle fingen an zu winseln,
Alle fingen an zu schrei'n;
Keiner von den armen Pinseln
Wußte weder als noch ein.
Satanas, der alte Teufel,
Lachte sich fast lahm und krumm,
"Gott im Himmel, diese Teufel
Sind doch wirklich gar zu dumm."
Alle kratzten sich die Ohren,
Jeder ist ganz desperat.
"Jemine, wir sind verloren,
Weiß denn Niemand guten Rath?"
Da sprach Pipifax, der Kleine:
"Ihr seid dumm wie Bohnenstroh.
Ich allein, ja ich alleine
Bin ein Teufel
comme il faut!
Ihr habt Durst und nichts zu trinken,
Freilich ist das Höllenqual,
Seht ihr dort nicht Fenster blinken?
Dorten winkt uns der Pokal.
"Seht, dort ist der Rathhauskeller,
Dort quartiren wir uns ein,
Haben wir auch keinen Heller,
Hat der Wirth doch guten Wein.
Sind die Thüren auch verschlossen,
Wer von euch verzaget noch?
Wir marschiren unverdrossen
Alle durch das Schlüsselloch."
Hurrah! schrieen alle Teufel
Und spazieren stracks hinein,
Leeren schnell zehntausend Flaschen,
Von dem allerbesten Wein.
Sangen d'rauf im wilden Chore:
"Nichts geht über Lieb' und Wein,"
Und sie tranken
con amore,
In die späte Nacht hinein.
Als der Hahn fing an zu krähen
Und die Flaschen alle leer,
Und die Teufel schon betrunken,
Da kam Satanas daher;
Sperrte in die leeren Flaschen
Die betrunk'nen Teufel ein
Und verpichte dann die Flaschen,
Zwangt mit Draht die Pfropfen ein.
Fünfmalhunderttausend Teufel
Sind in Flaschen fest gebannt,
Jede dieser Teufelsflaschen
Wird Champagnerwein genannt.
Wenn die Stöpfel munter knallen,
Öffne sich der Freude Schoß,
Lieder rings umher erschallen,
Ja, dann ist der Teufel los!