Glück auf, mein Deutschland

F. Abt

Es zog ein Bursch gen Welschland weit,

und als er saß in Duft und Blüt',

da kost' ihn wohl die braune Maid:

Bring uns, Gesell, dein schönstes Lied!

„Und soll ich singen, reicht mir Wein!

Im Weine nur ist Liedes Leben!

Er sei vom Maine, sei vom Rhein,

in Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -

dort träufeln mir die edlen Reben!“

Und als der Wein im Kelche schwoll,

da trank die braune Dirn' ihm zu:

Der Saft ist echt, das Glas ist voll!

Wohlauf, nun trink und singe du!

„Zum kühlen Wein ein warmer Kuss!

So fern der Liebsten schäumt er trübe.

Und soll ich singen, ist's ein Gruß

gen Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -,

dort grünet meine junge Liebe.“

Und wie die braune Dirn' ihn lockt

mit süßem Kuss, mit sprödem Scherz,

der Sänger schweigt, die Lippe stockt:

„Nur in der Heimat klingt mein Herz.

Wo noch die Stirnen männlich glüh'n,

noch Treue pocht ans keusche Mieder,

in meiner Wälder dunklem Grün,

in Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -,

da träumen meine sel'gen Lieder!