Glücks genug
F. Abt
Und mögen sie seufzen und klagen,
wie übel das Leben bestellt:
mir lächelt mit himmlischen Tagen,
als müßt' ich sie küssen, die Welt.
Im traurigen Erdengetriebe
was macht mich so fröhlich gesinnt?
ich trage im Herzen die Liebe,
und Dich, Du goldenes Kind!
Nicht darf ich genießen und träumen;
kaum nipp' ich vom Becher der Lust;
das selige Dehnen und Säumen,
das hab' ich vergessen gemußt.
Ob Last mir und Sorgen verbliebe
ich weiß nicht wie quälend sie sind:
ich trage im Herzen die Liebe,
und Dich, Du goldenes Kind!
Wohl grüßt mich mit winkendem Schweigen
manch blühendes Mädchengesicht;
wohl hör' ich aus taumelnden Reigen,
was lachend die Sünde verspricht:
ob sich mir die Göttin verschriebe,
sie fände mich ehern und blind
ich trage im Herzen die Liebe,
und Dich, Du goldenes Kind!
Und darf ich ein seliges Stündchen
Dich schauen im gastlichen Haus:
es lockt mich Dein plauderndes Mündchen
durch Kälte, durch Wetter und Graus.
Wie wild es der Himmel auch triebe,
mich kältet nicht Frost und nicht Wind
ich trage im Herzen die Liebe,
und Dich, Du goldenes Kind!