Grüss Gott, o Heimathland
F. Abt
Der Wolke gleich im blauen Äthermeer
schwebt leicht der Vögel Wanderzug da her
vom schönen Süd trieb sie die Sehnsucht fort
zur Lenzeslust im heimisch trauten Nord.
und als sie schaun die alten Stätten wieder,
da lassen sie sich fröhlich rauschend nieder;
und singen laut im Thal und auf den Höhn:
Grüss Gott, o Heimathland, so traut und schön!
Ein Wand'rer schaut in's Blüthenthal hinein,
das Herz und Auge trinkt Lenz Sonnenschein!
Die Sehnsucht trieb ihn über Land und Meer,
den Vögeln gleich, zur Trauten Heimath her.
und als ihn grüsst sein stilles Dörflein wieder,
da sinkt er betend auf die Kniee nieder,
und jubelt dann, an treuer Mutterbrust:
Grüss Gott, o Heimathland, du meine Lust!
Das stolze Schiff die Segel fröhlich bläht,
am Steuerbord der Schiffer sehnend späht,
die halbe Welt lag offen seinem Blick,
jetzt kehrt zum kleinen Eiland er zurück.
Und als er schaut die öden Dünen wieder,
da feuchten sich die alten Augenlieder,
und tiefbewegt ruft er emporgewandt:
Grüss Gott, o traute Scholle Heimathland!
Der Krieger kehret heim aus blutger Schlacht,
die Lorbeer ihm und Wunden auch gebracht,
in mancher Schmerzensnacht, mit feuchter Blick,
er sehnte er der Rückkehr süsses Glück.
Und als er sein Daheim nun schauet wieder,
durchströmt der Freude Heilkraft frisch die Glieder,
und küssen Weib und Kind, frohlockt er laut:
Grüss Gott, o Heimathland, mir so lieb und traut!