Gut' Nacht!
F. Abt
In tiefen Träumen wiegt sich der See
Und leise rauschen die Wellen,
Als klagten sie ein süßes Weh
Dem Himmel, dem sternenhellen;
Der aber hält
Die stille Welt
Mit liebendem Arm umfangen.
Und küsst die Braut
So minnetraut
Und leis' auf die glühenden Wangen.
[Sanft tönt das Glöckchen der Kapella:
Felice nott, isola bella!]
Im Fischerhause dort am Strand
Ein zitternd' Lämpchen schimmert.
Da steht eine Wiege, von Vaters Hand
Für seinen Liebling gezimmert;
Und drinnen ruht,
Wie Milch und Blut,
Ein Kind, so lieblich zu schauen; -
Die Mutter wacht
In stiller Nacht; -
Und schließt es die Äugelein, die blauen.
[Deckt sie es zu mit dem Bestretto:
Felice notte, fanciuletto!]
Der Nachtwind trägt der Zither Ton
Zur Villa sanft hinüber.
Madonna lauschet vom Balkon:
Die Barke gleitet vorüber.
Es rauscht der See
Wie Abschiedsweh; -
Zwei Augen, wie zwei Sterne,
Durchglüh'n die Nacht
Mit heil'ger Pracht,
Und leiser klingt's aus der Ferne:
[Felice notte, Signorina:
Felice notte, mia divina!]