Gut' Nacht und schlumm're ein
F. Abt
Dem Schlummer neigt den Haupt sich schon,
Die hellen Sterne steigen; --
Da zittert leise noch ein Ton
Durch heimlich süßes Schweigen,
Will meinem Schmerz ein Lied noch weihn,
Dann gute Nacht, und schlummre ein!
Der Tag ist reich an Glanz und Pracht,
Viel reicher noch an Schmerzen;
Mit Zauberhänden deckt die Nacht
Die Wunden zu im Herzen.
Sie wiegt in Schlaf selbst Qual und Pein --
Drum gute Nacht, und schlummre ein!
Doch mit den Sternen, Schritt vor Schritt,
Da steigt die Sehnsucht leise,
Der Thränen bringt sie viele mit,
Und süße Lieder Weise.
Will noch ein Lied der Sehnsucht weihn --
Dann gute Nacht, und schlummre ein!
Und mit dem Schlummer kommt der Traum,
Das ist ein Freund, ein milder,
Er schafft, gleich lichtem Perlenschaum,
Viel wechselvolle Bilder.
Sie wollen fernes Glück erneun --
Drum gute Nacht, und schlummre ein!