Herzensfrühling
F. Abt
Tu' dich auf in deinen Tiefen,
Herz, mach' deine Thore weit!
Hörst du nicht, wie laut dich riefen
Schönheit, Liebe, Seligkeit?
Hast du noch nicht ganz vernommen,
Welche Gnade du gewannst?
Herz, dein Frühling ist gekommen!
Blühe denn, so reich du kannst!
Endlich sank die dunkle Hülle,
Die dir Licht und Luft geraubt;
Liebeslust und Lebensfülle
Fluthen auf dein selig Haupt.
Sieh, die Nebel sind entschwommen,
Und die Zweifel, die du spannst:
Herz, dein Frühling ist gekommen,
Blühe nun, so reich du kannst!