Hornist und Musketier
F. Abt
Wir zogen mit einander
Hornist und Musketier,
Vier Arme, wenn wir stritten,
Zwei Füße, wenn wir schritten,
Ein Herz, wenn im Quartier.
Wir hielten fest zusammen,
Was immer mochte sein;
So bald mein Horn sich rührte
Da focht und da marschirte
Der Brave hinterdrein.
Bis auf das Feld von Lützen,
Da traf die Kugel recht,
Da lag in seinem Blute
Der treue und der gute,
Der tapfre Landesknecht;
Und sprach: Daß Gott genade,
Mir kommt die letzte Noth!
Nun deck' mich zu mit Rasen
Und thu' das Lied mir blasen:
"Wohl starb er treuen Tod."
Ich nahm ihn in die Arme;
Die Augen schloß er sacht; --
Ob er, ob ich geschieden? --
Wir lagen Beid' in Frieden
Und tief auf uns die Nacht.
Drauf deckt ich ihn mit Rasen,
So wie er mir gebot,
Und blies mit hellen Zähren
Ihm übers Grab zu Ehren:
"Wohl starb er treuen Tod."
Als wir nun heimwärts zogen, --
Die Fahne flog im Wind --
Da jauchzten Väter, Brüder,
Da drängte durch die Glieder
Ein Weib mit ihrem Kind.
Sie forschte rings und winkte
Mit Augen thränenroth;
Das Herz schier wollt mir brechen,
Ich blies, -- nicht konnt ich sprechen:
"Wohl starb er treuen Tod."