Hymne

F. Abt

O Geist der Töne, reg' die Schwingen

Und leih' uns deinen Flügelschlag!

Laß deine Macht an uns vollbringen,

Was deine Macht allein vermag.

Wen du in's Licht emporgehoben,

Dem schweigt der Erde banger Zwist,

Dem rauschen deine Ströme droben,

Was tief und unaussprechlich ist.

Du bist's, der Meereswogen

Zu Melodieen zwingt,

Dem hoch am Himmelsbogen

Gesang der Sterne klingt:

So schenk' auch uns hienieden

Nach Tages Müh' und Last

Den weihevollen Frieden,

Deß du die Fülle hast!

Und sieh, mit hellem Flügelschlage

Kommt leise wehend deine Macht:

Da ist, gemischt aus Lust und Klage,

Ein Strom in unsrer Brust erwacht.

Wir schau'n auf seinem dunkeln Grunde

Des Lebens Bilder, schön gereiht,

Und träumen in der flücht'gen Stunde

Den goldnen Traum der Ewigkeit.