Ich bleibe hier
F. Abt
Welle springt über Wies', über Feld:
"Hei! ich beschau' mir die liebe Welt,
Bis wo in's Meer die Sonne fällt,
Komm! wander mit mir."
Welle, wie gern durchzög ich die Welt!
Aber erklär's, was mich bindet und hält,
Was höher als Sehnsucht das Herz mir schwellt.
Ich bleibe hier.
Lüftchen säuseln durch Wald, durch Moos:
"Sieh! ich bin frei, bin ledig und los,
Küsse das Veilchen, die Nelk' und die Ros',
Komm! flatter mit mir."
Süß ist die Freiheit, der Unbestand!
Süßer als Freiheit: ein liebes Band.
Lüftchen, du hast ja kein Heimathland.
Ich bleibe hier.
Schwalbe, sie zwitschert, die nimmer ruht:
"Fliehe die Erde! nipp' nur die Fluth;
Über die Wolken, da träumt sich's gut,
Komm! schwebe mit mir."
Hold ist, o Schwalbe! dein lustig Revier,
Lieblich die Wolken, den Himmels Zier,
Aber die Erde dünkt trauter mir:
Ich bleibe hier!