Im Arm der Liebe o schlummre ein

F. Abt

Im stillen Stübchen dämmert die Nacht,

Am Bettlein sitzet ein Weib und wacht;

Ein blonder Knabe lächelt ihr zu

Am Mutterbusen, wie fromm die Ruh'!

Sie wieget und singet beim Lampenschein:

"Arm der Liebe - so schlummre ein!"

Im kühlen Grunde am Waldeshang -

Die Wipfel rauschten, die Quelle klang;

Wir saßen einsam, nur ich und du.

Ach, Herz am Herzen, wie süß die Ruh'!

Du sangst in die Seele mir tief hinein:

"Im Arm der Liebe - so schlummre ein!"

Vom Friedhof tönet ein Glöcklein bang'

Dem Pilger zu seinem letzten Gang;

Hier legt'er nieder so Stab und Schuh:

Im Schoß der Erde, wie tief die Ruh'!

Sie senken hinab den schwarzen Schrein:

"Im Arm der Liebe - so schlummre ein!"