In der Christnacht

F. Abt

Der Nordwind schüttelt die Flocken

vom alten Tannenbaum,

ein Posten lehnt am Stamme

allein mit seinem Traum.

Er träumt sich in die Ferne

zu einem andern Baum,

der flimmert weihnachtlich helle

im heimatengen Raum.

Dort jubeln lockige Kinder

und spielen um den Baum;

wehmütig sieht's die Mutter

und hält die Tränen kaum.

Und dichter schüttelt die Flocken

der Wind vom Tannenbaum;

träum' weiter, einsamer Vater,

den einsamen Weihnachtstraum!