Ist's denn Wahrheit
F. Abt
Ist's denn Wahrheit, nicht ein Traum?
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!
Doch ich halte deine Hand
In der meinen unverwandt,
Schau' -- o traute, traute Stunde! --
Durch dein Auge bis zum Grunde
Dir in's treue Herz hinein,
Ach, und hör's aus deinem Munde,
Daß du mein, auf ewig mein!
Ja, zur Wahrheit ward der Traum!
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!
Ist's denn Wahrheit, nicht ein Traum?
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!
Sieh, hervor noch heller bricht
Tag für Tag des Glückes Licht!
Wie im Lenz die zarte Blüthe,
Deine Reinheit, deine Güte
Immer schöner sich erschließt,
Daß vor Wonne mein Gemüthe
Und vor Jubel überfließt.
O der Wahrheit nach dem Traum!
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!
Ist's denn Wahrheit, nicht ein Traum?
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!
Ja, ein Traum, der nicht verweht,
Ob auch Jahr um Jahr vergeht!
Alle Freuden, alle Leiden,
Liebste, frommen nur uns Beiden,
Daß wir lieben uns noch mehr,
Und was kann die Herzen scheiden,
Die vereinet Gott, der Herr!
Ewge Wahrheit, ewger Traum!
Ach, ich faß', ich faß' es kaum!