König Wein
F. Abt
Auf sonnigen Bergen, auf grünenden Höh'n,
Da herrschet ein König, so mächtig;
Sein Schloß ist in ewigem Glanze zu seh'n,
Sein Hofstaat ist herrlich und prächtig.
Mit jugendlich grünenden Reben bekränzt,
Ist stets er von Freude und Wonne umglänzt.
Was kann das für ein Herrscher sein?
Das ist allein der König "Wein"!
Schenkt ein!
Der "Durst" ist sein schlauer, geheimer Fourier,
Die "Lieb' " Ceremonienmeister,
Die "Heiterkeit" dient ihm als Hofcavalier,
"Lust, Freude" sind dienstbare Geister;
Sein Feldmarschall "Rausch" führt im blitzenden Heer
"Scherz, Wahrheit und Geist" triumphirend einher.
Drum preise, wer nur preisen kann,
Den König "Wein" als bravsten Mann.
Stoßt an!
Soldaten, Studenten sind fröhliche Leut',
Sind alle dem Weine ergeben,
Das erste Gesetz jedes Sängers gebeut,
Zu huld'gem dem Safte der Reben;
Denn gleich einem Gotte befreit er das Herz
Von düsteren Sorgen, von Kummer und Schmerz.
Bringt jetzt ein Hoch mit Saus und Braus,
Daß ewig grünt das Königshaus:
Trinkt aus!