Kunst und Liebe

F. Abt

Wo sich die Kunst ein Hüttchen baut,

muss auch die Liebe wohen,

und wo die Kunst zum Himmel schaut,

muss auch die Liebe thronen.

Die Lieb' allein, die Lieb' allein

gibt erst der Sonne milden Schein

der gold'nen Kunst auf Erden.

Sie geh'n mitsammen Hand in Hand,

zwei wunderbare Sterne,

und wo der eine flimmernd stand,

ist nicht der and're ferne.

So leuchten durch das Himmelszelt,

durch Gottes endlos weite Welt

die Kunst und auch die Liebe.

Und wo die Kunst nicht Liebe kennt,

da ist verglüht ihr Funken,

und wo die Kunst nicht Liebe nennt,

ist ihre Welt versunken.

Sie sind einander zugeweiht,

sie sind vereint in Ewigkeit,

die Kunst und auch die Liebe.

Die Kunst ist ohne Liebestraum

ein Himmel ohne Sterne,

ein Feenland, in desse Raum

die Königin noch ferne.

Die Lieb' allein, die Lieb' allein

gibt erst der Sonne milden Schein

der gold'nen Kunst auf Erden.