Leb' wohl, du hohe Bergeswand
F. Abt
Leb wohl, du hohe Bergeswand,
leb wohl, mein grüner See,
lebt wohl, lebt wohl, der Sommer schwand,
der Herbstwind ruft Ade!
Ihr Wogen klar, ihr Ufer grün,
du frisches Waldeswehn,
ihr Felsen, Wolken, himmelskühn,
von hinnen muss ich gehn.
Ihr Wasserfälle stürzt und rauscht
ins Tal mit wildem Schall,
doch ich, der euch so gerne lauscht,
hör nicht mehr euren Fall.
Ich schau nicht mehr im tiefen Moos
der Wirbel Schäumen zu,
im Wind singt euer dumpf Getos
mich nachts nicht mehr in Ruh.
Und du leb wohl, du holdes Bild,
mein Friedensbote du,
die dieses wilde Herz gestillt
durch milde Himmelsruh...
Leb wohl, o Gott! was gab ich dir
dafür als Gram allein?
Leb wohl, bist du nicht mehr bei mir,
wie wird es dann mir sein!