Lust zu jeder Zeit
F. Abt
Im Sommer, im Sommer,
Da spannt die Lust in dem grünen Feld
Ihr schimmerndes goldenes Wohngezelt;
Und führen die Schnitter um Garben den Reihn,
Da springt sie helljubelnd zum Tanze hinein,
Im Sommer, im Sommer!
Im Herbste, im Herbste,
Da rauscht sie mit Hussa durch's Waldgebüsch,
Ihr nach die Kumpane so wild und frisch;
Da brechen die Hirsche durch's dichte Holz,
Da braust die Meute, da schnellt der Bolz,
Im Herbste, im Herbste!
Im Winter, im Winter,
Da zieht sie hernieder in's wohnliche Tal,
Und hintendrein alle Gesellen zumal.
Sind Dörfer und Wege recht eingeschneit,
O, wie es so still, so geruhig sich freut,
Im Winter, im Winter!
Im Frühling, im Frühling,
Da öffnet sie alle Fenster am Haus
Und zeigt in die blühende Welt hinaus;
Und wer sich im Winter was Liebes erfror,
Geht Sonntags selbander spazieren vorm Cor,
Im Frühling, im Frühling!