Maienwind
F. Abt
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Nimmst ja alle Blüthen mir weg,
Das es schneiet auf Weg und Steg,
Wirfst mir gar den Schnee in's Gesicht
Haufenweise, du böser Wicht!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Fliehn ja alle Vöglein vor Schreck
Tief in den Wald in's sichre Versteck,
Und die zarten Blümlein der Au,
Ach, wie sie zittern schau, o schau!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Jagst nur von den Bergen daher
Wetterwolken mir schwarz und schwer,
Weh, kein einziger Sonnenstrahl
Blickt mehr hinab auf das Blüthenthal!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Maienwind!
Halt, halt! nicht so geschwind!
Willst du zürnen, ei denn nimm mit
Lieber meine Sorgen, ich bitt,
Meinethalben über das Meer
Heute noch mit dem ganzen Heer!
Maienwind!
Fort, fort! geschwind, geschwind!