Mein Lieblingsplatz
F. Abt
Da, wo's im Wald am stillsten,
Am duftigsten mag sein,
Da weiß ich ein heimlich Plätzchen,
Das schönste im ganzen Hain.
Eine Bank von schwellendem Moose,
Wilder Flieder drüber hängt,
Der mich mit seinen Düften
In lieblichen Traum versenkt.
Hoch droben die Eichenwipfel
Rauschen ohn' Ruh' und Rast,
Im Busche singt und klaget
Die Nachtigall als Gast.
Eine Äolsharfe tönet,
Die ich gehängt ins Gezweig --
Das klingt und duftet und hallet
So wundersam, märchengleich.