Mein Testament
F. Abt
In Deutschland, wenn ich sterbe,
möcht' ich begraben sein,
im Schoß der Heimaterde,
am freien deutschen Rhein,
ihm, den mit Recht der Deutsche,
und Stolz sein eigen nennt,
bei dessen bloßem Namen
die deutsche Wange brennt,
ihm möcht' ich angehören,
ihm will ich nahe sein
und selbst im kalten Grabe
mich seiner noch erfreu'n!
Sein majestätisch Rauschen,
es sei mein Grabgesang,
das Schlagen seiner Wellen
mein liebster Glockenklang!
Statt eines stolzen Denkmals
bedecke mich ein Stein,
gebrochen aus dem Felsen
am alten deutschen Rhein.
Und statt der vielen Worte,
der eitlen, lese man:
Hier ruht in deutscher Erde
ein freier deutscher Mann.
Und wenn einst all die Zwietracht
das deutsche Herz verflucht,
und sie in uns'ren Marken
umsonst der Wälsche sucht,
wenn alle deutschen Stämme
ein einig Band umschlingt
und jede deutsche Zunge
das Lied der Freiheit singt,
dann stimm' ich noch im Grabe
in diesen Sang mit ein
und preise meine Heimat
und segne unser'n Rhein.