Mondnacht im Gebirge

F. Abt

Die Berge träumen im Mondenlicht,

das flimmernd im träumenden See sich bricht.

Es träumt die Blüte, das Blatt am Baum,

doch den seligsten Traum

voll heimlicher Pracht

träumt die Maid in der duftigen Siommernacht.

Voll ist der Krug, sie säumt und lauscht,

was des Brunnens murmelnde Quelle rauscht.

Sie hört es wohl, weil alles still,

was die flüsternde will.

Einstimmet so sacht

ihr Herz in der duftigen Sommernacht.

Fließen auch viele Wasser bergein,

und wechselt noch oftmals der Mondenschein,

eh' Maid und Quelle ihr Ziel erreicht,

hat doch Alles vielleicht

zusammengebracht

im Traum in der duftigen Sommernacht!