Morgenstille
F. Abt
Leiser tönt schon und will verklingen
Wie Harfenklang der Segen der Nacht,
Und leis und sacht
Auf der Töne Schwingen,
Horch, ist der Segen des Tags erwacht.
So zwischen Nacht und Tag,
Wie Herz und Seele sich freuen mag!
Morgenstille, selig allein,
Selig allein mit Gott zu sein!
Matter blitzt schon und will verschwimmen
Der letzte Stern im dämmernden Blau,
Aus dunkelm Grau
Will der Tag erglimmen,
Nacht aber liegt noch auf Kluft und Au.
So zwischen Nacht und Tag,
Wie Herz und Seele sich freuen mag!
Morgenstille, selig allein,
Selig allein mit Gott zu sein!
Jeder Gram noch hält sich verborgen
Und jede Pein, als schlummerten sie
Für immer hie,
Wie am ewgen Morgen,
Und kehrten wieder sie nie mehr, nie.
So zwischen Nacht und Tag,
Wie Herz und Seele sich freuen mag!
Morgenstille, selig allein,
Selig allein mit Gott zu sein!