Nachtgebet

F. Abt

Ein heiliger Gottesodem

Haucht durch den dunkeln Wald,

Die Lieder der muntern Vögel,

Sie sind allmählich verhallt.

Es suchten die kleinen Sänger

Das warme Nestchen sich auf,

Weil längst an dem Himmelsbogen

Begann der Mond seinen Lauf.

Herüber von nahen Dörchen,

Da tönet so hell und rein

Das Läuten der Abendglocke,

Tief dringt es in's Herz mir ein.

Und plötzlich flüstern die Bäume,

Ein Schauer hat mich durchweht;

Im Auge perlt mir die Thräne

Als einziges Nachtgebet.