Nächtliches Wandern
F. Abt
Im Walde wandr' ich einsam.
Wie ist so kühl die Nacht!
Die Wipfel träumender Tannen
Schwanken und rauschen sacht.
Tief schlafen die riesigen Berge
In Nebeldecken gehüllt,
Schweigend liegen die Thale,
Von Mondenglanz erfüllt;
Und auch die Vöglein schlafen,
Verklungen ist ihr Lied,
Der Quell allein ist munter
Und plätschert nimmermüd.
O Quell, sei du mein Bote,
Springe hinab in's Thal,
Vorüber der Liebsten Hause
Und grüße vieltausendmal!