Nimmer vergess ich die selige Zeit
F. Abt
O weißt Du noch die traute Stelle
Dort in des Walds verschwieg'ner Pracht,
Die Liebe hat uns sonnenhelle
All ihre Wunder aufgemacht.
Kein Lärm' der Welt stört' unsern Frieden,
Es gab kein süß'res Glück hinieden,
Herzinnig liebten wir uns Beid', --
Nimmer vergess' ich die selige Zeit.
Nun hat das Schicksal unsre Wege
Getrennt, der holde Traum ist fort,
Doch ist in mir noch wach und rege
Ein jeder Kuß, ein jedes Wort.
Mir ist, als müßt' ich zu Dir eilen,
Um Alles froh mit Dir zu theilen,
Wie einst, die Freude und das Leid --
Nimmer vergess' ich die selige Zeit.
Vielleicht auf traumgeschwindem Flügel
Kommt dieses kleine Lied zu Dir,
Dann gehet über Thal und Hügel
Auch Dein Gedenken fort zu mir.
Und wenn die Geister sich begegnen,
Dann will ich meine Jugend segnen,
Die Deine Liebe mir geweiht --
Nimmer vergess' ich die selige Zeit!