Ob du mich liebst, ich frage nicht

F. Abt

Ob du mich liebst, ich frage nicht,

ich schaue dich nur selig an,

und was dein leuchtend Auge spricht,

ich hab' genug, genug daran!

Die Augen sind der Seele Grund

mit ihrem Blick, dem lichten, klaren,

tun sie uns das Geheimnis kund,

das uns kein Wort mag offenbaren.

Ob du mich liebst, ich frage nicht,

was soll mir denn ein flüchtig Wort?

Kaum, dass es deine Lippe spricht,

trägt es der Wind zur Ferne fort.

Doch ewig, wie ein Spiegel klar,

schau' ich dein Bild, von Glanz umgeben,

und aus den Blicken wunderbar

strömt auf mich nieder Licht und Leben.