Ohne Rast
F. Abt
Schon rötet sich das Laub der Bäume,
ein frost'ger Windhauch streift im Tann;
des holden Sommers letzte Träume
zeigt schon die bleiche Aster an.
Da hast auch Abschied du genommen,
und da mein Frühling mit Dir schied,
ist's herbstlich über mich gekommen,
und einsam trauernd klagt mein Lied:
Dass nimmermehr ich rasten kann
und nicht zur Freude taugen,
zwei Augen haben mir's angetan,
deine zwei dunklen Augen.
Jetzt schau' ich sehnend nach der Stelle,
wo deine traute Heimat liegt;
den Wind beneid' ich und die Welle
und jedes Vöglein, das da fliegt.
Mein eigen Haus ist fremd mir worden,
im frohen Kreis starb meine Lust;
nur tiefer fühl' ich's aller Orten,
und lauter wogt's in meiner Brust:
Dass nimmermehr ich rasten kann
und nicht zur Freude taugen,
zwei Augen haben mir's angetan,
deine zwei dunklen Augen.