Sängers Gruft

F. Abt

Wenn Sängers Lippen bebend

das letzte Lied entklingt,

auf Harmonien schwebend

sein Geist sich aufwärts schwingt:

Im Walde grabt des Sängers Grab,

mit Liedesgruß senkt ihn hinab.

Im grünen, grünen Waldesraum,

da träum' er süßen Traum.

Vom Abend bis zum Morgen

singt ihrer Lieder Schall,

tief im Gebüsch verborgen,

am Grab die Nachtigall.

Sie singt dem Sängersmann zur Ehr',

die Blumen duften ringsumher.

Im grünen, grünen Waldesraum,

da träumt er süßen Traum.

Auf diesem Platz zu lauschen,

bleibt still der Wandrer steh'n;

er hört ein Klingen, Rauschen,

und kann es nicht versteh'n.

Die Nachtigall vertraut ihm dann:

Hier schläft ein wack'rer Sängersmann.

Im grünen, grünen Waldesraum,

da träumt er süßen Traum.