Sängerwonne

F. Abt

Wenn der Winter in seinem Schneegewand

Gewichen kaum aus Stadt und Land,

Und der schöne Knabe, der Frühling traut,

Mit himmlischem Lächeln durch's Fenster schaut,

Da hält es den Sänger

Nicht länger, nicht länger

Im engen Haus --

Er eilt in die Arme des Frühlings hinaus.

Und umkoset ihn sanft die frische Luft,

Und schlürft er entzückt der Gefilde Duft,

Und hört er's ertönen in Berg und Thal,

Und sieht er's erwachen allüberall,

Da hält es der Sänger

Nicht länger, nicht länger

Im Herzen aus --

Er singt in die weite Welt hinaus:

"O du Himmelsblau! o du Sonnengold!

O du Singen und Spielen so süß, so hold!

O du Zauberweben im Blütenzelt!

O du junge, du schöne, du herrliche Welt!

Es hielt deinen Sänger

Nicht länger, nicht länger

Im engen Haus --

Er mußte zu dir, zu dir hinaus!"