Schlaf ein, du holdes Kind

F. Abt

Des lauten Tages Stimmen schweigen,

und nieder steigt die dunkle Nacht.

Die Sterne führen schon den Reigen

und schau'n herab in stolzer Pracht.

O du in deiner Locken Fülle,

in treuer Liebe denk' ich dein;

schon ruht die Welt in nächt'ger Stille,

auch du, mein holdes Kind, schlaf' ein!

Lass mich noch innig dich begrüßen,

solang' dein Aug' der Schlummer flieht;

eh' sich die müden Äuglein schließen,

sing' ich dir leise noch mein Lied.

O ruhe sanft in sel'gem Frieden,

du bist ja lieb und engelrein!

Ein süßer Traum sei dir beschieden,

schlaf' ein, mein hildes Kind, schlaf' ein!