Schöner als Alles

F. Abt

Die Veilchen haben sich geschämt

Bei ihres Athems Wehen,

Die Sterne haben sich gegrämt

Wie sie ihre Augen gesehen.

Und wie sie die Lippen hat aufgemacht,

Da haben die rothen Rosen gedacht:

Ach, blühten wir doch so schön! o mein,

Ach, blühten wir doch so schön!

Das schlanke Reh im grünen Wald,

Das blieb verwundert stehen

Und hat beschaut die zarte Gestalt:

Ach, könnt' ich so zierlich gehen!

Und wie sie gar ein Liedchen sang,

Da wurde den Nachtigallen bang:

Wir können nicht singen mehr! o mein,

Wir können nicht singen mehr!

Jetzt schlendert sie durch's Moos daher

Und will sich niedersetzen,

Das Bächlein kann sich nicht halten mehr,

Es muß ihr die Füße netzen.

Und durch die zitternden Blätter bricht

Verstohlen ein Strahl vom Mondenlicht

Und spricht: Jetzt kann ich sie seh'n! o mein,

Jetzt kann ich sie recht beseh'n!