Sie wissen es nicht
F. Abt
Die Blumen bedaur' ich, die Wipfel im Winde,
Die der Anhauch des Lenzes umkost so gelinde,
Daß ihnen das Eine, das Schönste gebricht:
Sie wissen es nicht!
Und die Kindlein, es küßt sie ein himmlischer Mund,
Es neigt über sie sich zu jeglicher Stund'
Holdlächelnd und segnend ein Engelsgesicht --
Doch sie wissen es nicht!
Und die Schlummernden, ach, wie glücklich und reich!
Wie mit Kränzen elysischen Mohnes so weich
Gott Morpheus die Stirnen der Schläfer umflicht!
Doch sie wissen es nicht!
Und die Todten, die Todten im Sarge vor allen,
Für welche die irdische Schranke gefallen,
Ihnen leuchtet so lieblich das ewige Licht:
Doch sie wissen es nicht.