Siehst du dort die Bergeshöhen

F. Abt

Siehst du dort die Bergeshöhen,

Prangend in des Maies Grün?

Dort die lichte weisse Wolke

An dem Horizonte glüh'n?

Ach, die Wolken und die Berge

Winken lieb und freundlich mir:

Was ich suche, was mich ziehet,

Nimmer, nimmer find' ich's hier.

Siehst du dort die Wälder funkeln,

In des Abendgoldes Licht?

Und in schattig kühlem Grunde

Dort die blum'gen Pfade nicht?

Ach, nach jenen goldnen Auen

Send' ich sehnend meinen Blick:

In der Weite, in der Weite

Weilet, weilet all mein Glück.

Siehst du dort am Bergeshange

Einsam jene Linden stehn,

Wo die kühlen Abendwinde

Durch die duft'gen Äste weh'n?

Ach, nach jener Zweige Rauschen

zieht es mich so sanft so mild,

Und es schwebt um mich im Traume

Leis' ein teures, liebes Bild.