Silbernes Bächlein in tiefen Thal

F. Abt

Silbernes Bächlein im tiefen Thal,

Grüße dich Gott viel tausendmal!

Ei, was will dein Blitzen mich fragen?

Ei, was will dein Rauschen mir sagen?

Willst du mich mahnen an sie, an sie?

Weißt ja, nie vergeß' ich sie, nie!

Bächlein, und müßte versiegen dein Quell,

Meine Liebe, meine Liebe bleibt frisch doch und hell!

Leuchtendes Blümlein am Rande du,

Lache mir nur so schelmisch zu!

Ei, was will dein Schimmern mich fragen?

Ei, was will dein Nicken mir sagen?

Willst du mich mahnen an sie, an sie?

Weißt ja, nie vergeß' ich sie, nie!

Blümlein, wie bald ist dein Schimmer dahin,

Aber treu doch, aber treu doch bleibt ewig mein Sinn!

Wallender Busch in dem kühlem Grund,

Mach' mir mein frohes Herz nicht wund!

Ei, was will dein Säuseln mich fragen?

Ei, was will dein Grün wohl mir sagen?

Willst du mich mahnen an sie, an sie?

Weißt ja, nie vergeß' ich sie, nie!

Fallen, mein Busch, auch die Blätter dir ab,

Meine Liebe, sie grünt noch wohl über dem Grab!