Strudelfahrt
F. Abt
Ein Schiff den Rhein hinunterzieht,
es schwebt so ruhig weiter,
ans Ufer klingt ein helles Lied,
der Himmel ist so heiter.
Und als ich kam ans Schiff dahin,
da saßen nichts als Mädchen d'rin,
Mädel, ja wunderschöne Mädel, juchhe!
Mädel wie lauter Rosen.
„Ach Schiffer, lieber Schiffer mein,
Ihr lasst das Schiff nur treiben.
Wie weit mag's noch vom Strudel sein?
Wir können vor Angst nicht bleiben!
Wann Ihr passiert den Strudelbraus,
da steigen wir alle zusammen aus!“
Mädel, ja wunderschöne Mädel, juchhe!
Mädel wie lauter Rosen.
Und als das Schiff ans Ufer trieb,
sie sprangen heraus zu Paaren;
nur ganz alleine sitzen blieb
ein Mädel von sechzehn Jahren.
„Komm mit, der Strudel ist falsch und wild,
wir beten zum Muttergottesbild!“
Mädel, ja wunderschöne Mädel, juchhe!
Mädel wie lauter Rosen.
„Und wie mir's auch ergehen mag,
und wie die Wasser brausen:
Was fragt die junge Lieb' darnach,
mich macht der Tod nicht grausen.
Stoßt ab, mein Schiffmann, wo Ihr seid,
da bleib' auch ich in Ewigkeit.“
Mädel, ja wunderschönes Mädel, juchhe!
Mädel wie lauter Rosen.