Tausendschön
F. Abt
An eines Bächleins Rande, gar lieblich anzuseh'n,
Da stand im grünen Walde ein Blümlein Tausendschön,
Und in der Quelle Spiegel sah es betrübt hinein:
"Was hilft mir all mein Blühen, blüh' ich für mich allein!"
Da rief der blaue Himmel: Was klagst du allzumal?
Mit Sonne, Mond und Sternen bin ich bei dir im Thal!
Das Blümlein rief dagegen: "Mit allem Sonnenschein,
Mit allen tausend Sternen, man ist ja doch allein!"
Da kam der junge Jäger: "Gott grüß dich, Tausendschön!
Sag' an, du holdes Knöspchen, willst du nicht mit mir geh'n?
Da blickt und nickt es leise: "Dein eigen will ich sein;
Ach, nur an treuem Herzen, da ist man nicht allein!"