Traumbegraben
F. Abt
Ich träumte von einer Rose,
die purpurne sollte mein,
mit ihren Knospen und Blüten
mir ganz zu eigen sein.
Wohl hab' ich Rosen gebrochen
in ihres Lenzes Licht;
die Rose, von der ich träumte,
die war es nicht!
Ich träumte von einer Krone,
gewunden mir um das Haupt,
wie sie die Stirne des Siegers
mit frischem Grün umlaubt.
Wohl hab' ich männlich getragen
den Dornenkranz der Pflicht;
die Krone, von der ich träumte,
die war es nicht!
Nun lieget denn, Krone und Rose,
begraben in meiner Brust
als heilige Träume, von denen
nur ich und Gott gewusst.
Ich weiß, ich hätte die Rose
geliebt, gepflegt so sehr;
ich hatte verdient die Rose,
was braucht es mehr?