Treue

F. Abt

Es ist doch nichts auf dieser Welt,

Als wenn ein Herz sich uns gesellt

In Liebe;

Denn hast du einen sichern Stab,

Und fiele alles von dir ab,

Es bliebe, ja bliebe.

Was ist doch Gold und Gunst und Ehr'?

Das Herz wird öd', der Sinn wird schwer

Von Sorgen;

Die Menschen sind gar spitz und klug,

Doch unversehens bricht der Krug

Schon morgen, ja morgen.

Und mußt du über Land und Meer,

Da wird das Scheiden ach so schwer,

Ach scheiden!

Doch bleibt die Treu', sie ist kein Glas,

Sie grünet wie aus Ufergras

Die Weiden, ja Weiden.

Und holt der Tod vielleicht dich ab,

Da weilt sie still auf deinem Grab

Mit Sehnen;

Sie pflanzet Blumen weiß und blau,

Und an dem Blatte hängt der Thau

Der Thränen, ja Thränen.

Drum ist doch nichts auf dieser Welt,

Als wenn ein Herz sich uns gesellt

In Liebe;

Dann hast du einen sichern Stab;

Und fiele Alles von dir ab,

Es bliebe, ja bliebe.